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Von irischen Weisen bis zu indianischen Klängen

Ehrendirigent des Uracher Orchesters präsentiert eindrucksvolles Solo.
Zuhörer genießen besondere Atmosphäre

Glänzend aufgelegt zeigt sich der Uracher Ehrendirigent Lothar Mai bei seinem Solo auf dem Euphonium. (Bild: Hartmut Ketterer)

„Freuen Sie sich auf die eigene Atmosphäre eines Kirchenkonzertes“, hatte der Vorsitzende des Musikvereins Urach, Manfred Bertl, bei seinen Begrüßungsworten betont. Begeisterter Applaus nach den Stücken und am Konzertende unterstrich, dass die über 120 Gäste in der Uracher Kirche überaus zufrieden waren.

Diesen Eindruck hatte das Konzert auch auf Pfarrer Martin Schäuble gemacht, der extra von seinem Rehaort Königsfeld gekommen war. „Ich habe es genossen“, stellte Schäuble fest, und damit sprach er wohl den Zuhörern aus dem Herzen. Wuchtige Klänge, leise Passagen und ein exzellenter Vortrag von Ehrendirigent Lothar Mai auf dem Euphonium kennzeichneten das zweite Kirchenkonzert mit Dirigent Reiner Menge. Den Einstieg machten die Uracher Musiker mit der Renaissance Suite in vier Sätzen. Moderatorin Heide Bertl stimmte die Zuhörer auf die verschiedenen musikalischen Formen der Sätze ein, und in einem grandiosen Schlussakkord kam die besondere Akustik im Kirchenraum voll zur Geltung. Technisch anspruchsvolle Passagen und gefühlvoll, ruhige Momente intonierten die Musiker bei der Reise nach Irland, die der Komponist Carl Wittrock Lord Tullamore betitelte.

Basierend auf einem schottischen Liebeslied durften sich die Zuhörer danach auf A song for Lea freuen, und die scheinbar einfache Ballade gefiel bestens. Ehrendirigent Lothar Mai zog danach alle Augen auf sich, als er mit dem Euphonium eine eindrucksvolle Sololeistung bot. Die in vier Tempoabschnitten aufgeteilte Rhapsody for Euphonium war gekennzeichnet vom melodischen Spiel. Das Orchester begleitete nicht nur den Solisten, sondern trat immer wieder in einem feinsinnigen Dialog mit Mais Euphonium in Erscheinung. Mit tosendem Applaus quittierten die Zuhörer den gelungenen Vortrag des Ehrendirigenten.


Eine getragene Melodie, bei der einzelne Soli von Flöte, Alt-Saxopohon, Oboe und Tenorsaxophon zu vernehmen waren, durften die Konzertgäste beim Stück „Theatre Music“ auf sich einwirken lassen. Eigenarten indianischer Kreise beschrieben die einheimischen Musiker mit der Komposition Tumaco, zu der auch eine kurze gesangliche Einlage gehörte. Erneut zeigte das Publikum, dass auch das letzte Programmstück im wahrsten Sinne des Wortes „Musik für die Ohren“ war.

Die begeisterten Zuhörer wollten die Kapelle jedoch noch nicht gehen lassen, und erst nach den Zugaben Nessaja von Peter Maffay und Barocco wurden Dirigent und Orchester aus ihren Pflichten entlassen. Manfred Bertl dankte Dirigent Menge, den Musikern und Solist Lothar Mai für die bravourösen Leistungen. Sonderapplaus gab es für Susanne Schepker, die extra aus Ulm angereist war, um mit ihrer Oboe den Uracher Klangkörper zu bereichern. Flötistin Katrin Trenkle überreichte an Dirigent Menge ein Präsent, und über Blumen durfte sich Ansagerin Heide Bertl freuen.

„Ihr Scherflein ist bei uns bestens aufgehoben“, machte Vorsitzender Bertl auf die Spendenkörbchen am Ausgang aufmerksam und verwies auf die neu angeschaffte Bassklarinette, die Herbert Maier während des Konzertes erklingen ließ. Anschließend gab es eine Einkehr im Dorfgemeinschaftshaus.

(Südkurier, 16.12.2015)

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