978 Wünsche spornen die Musiker an

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Vöhrenbach-Urach.
Zum 49. Mal hatte der Musikverein Urach zu seinem traditionellen Wunschkonzert an Ostern eingeladen. Die Musiker durften sich dann auch über ein volles Haus freuen. Foto: Heimpel

Ein volles Haus hatte der Musikverein Urach am Abend des Ostersonntags bei seinem schon traditionellen Osterkonzert.

Für den Dirigenten Reiner Menge, der im September den Taktstock übernommen hatte, war es allerdings das erste Osterkonzert. Wie der Vorsitzende Manfred Bertl bei der Begrüßung der vielen Besucher feststellen konnte, war dies bereits das 49. Wunschkonzert des Musikvereins.

 

Mit Stolz konnte er bekannt geben, dass insgesamt 978 Wünsche geäußert wurden.
Dabei ist die Unterstützung durch diese (bezahlten) Wünsche für die Finanzierung der Vereinsarbeit sehr wichtig.
Dass Dirigent und Orchester offensichtlich den Geschmack des Publikums bei der Auswahl der Stücke getroffen haben, zeigte die Tatsache, dass die Wünsche ziemlich gleichmäßig auf die zehn Musiktitel des Abends verteilt waren.

Mit „Ensenada“, einer Melodienfolge im spanischen Stil, eröffnete das Orchester sein Konzert.
Durch das Programm führten an diesem Abend im Wechsel verschiedene Musiker mit zum Teil interessanten Details. So wurde gleich beim ersten Titel das schauspielerische Talent von Dirigent Reiner Menge hervorgehoben, der diesem Musikstück durch entsprechende theatralische Darbietungen bei den Proben zusätzliches Leben verliehen habe.
Allerdings, so im weiteren Verlauf des Abends Monja Schonhardt, habe er es mit den Musikern in Urach auch nicht immer einfach, auch die Musiker seien hier immer wieder stark gefordert. Und dies könne man eigentlich nur mit einem Schnäpschen überstehen.
Und so einen „Kurzen im Fläschchen“ servierte sie dann dem Dirigenten, nicht ohne Kurzlehrgang, wie so etwas stilecht zu trinken sei.

Das Programm war sehr vielseitig aufgebaut. Das begann schon bei der Klassik mit dem Militärmarsch von Franz Schubert.
Natürlich gehört auch klassische Marschmusik dazu, an diesem Abend eine Folge bekannter Marsch-Melodien aus den USA.
Ein gelungener Marsch war auch „Salemonia“, ein Marsch für das Salemer Musikfestival – mit 103 Wünschen schon überdurchschnittlich stark gefragt beim Publikum. Wieder einen ganz anderen Charakter hatten dann die populären Melodien von Herb Alpert.

Deutlich wurde an diesem Abend aber auch, dass den Uracher Musikern die böhmische Musik besonders gut liegt, zwei Polkas wurden besonders schwungvoll dargeboten: Die „Tandovi-Polka“ von Jaroslav Ondra und „Steephens Polka“ von Alexander Pfluger.

Für das Ende des Konzerts hatten sich die Musiker ihre Höhepunkte aufgehoben: zuerst rockige Melodien, arrangiert von Kurt Gaeble (129 Wünsche) und als Schlusspunkt Melodien von Les Humphries (151 Wünsche).

Das Publikum war offensichtlich beeindruckt und forderte noch Zugaben: zuerst den Evergreen „Sweet Caroline“ und dann noch einmal den Höhepunkt aus dem Les-Humphries-Medley.

Schwarzwälder-Bote, 09.04.2015